Von Andreas Steinhardt 22.04.2024 um 14:29 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht von Christian Morgenstern.
"Regne, regne Frühlingsregen", so beginnt der erste Vers des Gedichtes - davon haben wir zumindest hierzulande in den letzten Tagen
sehr viel gehabt. Die Temperaturen sind gepurzelt,
es erwarten uns heute Nacht Temperaturen um den Gefrierpunkt...
Theresia war keine Sonnenanbeterin, wie ich schon öfter erwähnte war sie ziemlich "Wetter-
unabhängig". Sie vertrug sehr heiße Sommer
wie eisig kalte Wintertage. Nie klagte meine Großmutter, schaute vor dem Herausgehen allenfalls aus dem Fenster, rümpfte die Nase
und man hörte leise einen Kommentar: "Ah,
doller Regen. Schirm mitnehmen." ...
Frühlingsregen
von Christian Morgenstern
Regne, regne, Frühlingsregen,
weine durch die stille Nacht!
Schlummer liegt auf allen Wegen,
nur dein treuer Dichter wacht ...
lauscht dem leisen, warmen Rinnen
aus dem dunklen Himmelsdom,
und es löst in ihm tiefinnen
selber sich ein heißer Strom,
lässt sich halten nicht und hegen,
quillt heraus in sanfter Macht ...
Ahndevoll auf stillen Wegen
geht der Frühling durch die Nacht.
Christian Otto Josef Wolfgang Morgenstern,
*06. Mai 1871 in München, +31. März 1914 in Untermais, Tirol, damaliges Königreich Österreich-Ungarn. Morgenstern war ein deutscher Dichter, Schriftsteller und Übersetzer. Besondere Bekanntheit erreichte seine komische Lyrik, die jedoch nur einen Teil seines Werkes ausmacht.





