Theresia Remiorz

Theresia
Remiorz

16.06.1907
Neu-Wuttrienen
-
16.04.1997
Gladbeck

stimmungsbild
ZurückEine brennende Kerze: Kerze dunkelgrün viereckig
Sommergedicht von Gustav Falke

Von Andreas Steinhardt 18.07.2024 um 22:02 Uhr | melden

Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht von Gustav Falke.

Nach ein paar durchwachseneren Tagen folgt
nun auch in hiesigen Gefilden ein (kurzes)
Hoch mit Temperaturen bis 32°C.

Was mir nicht so gut gefällt, wäre Theresia recht Einerlei gewesen. Ob Minusgrade, ob sengende Sonne - meine Großmutter war für jedes Wetter bestens präpariert, die gebürtige Ostpreußin war sehr kalte Winter und auch Sommer mit anhaltender Hitze schlichtweg gewohnt...


Das Mohnfeld

von Gustav Falke


Es war einmal, ich weiß nicht wann
Und weiß nicht wo. Vielleicht ein Traum.
Ich trat aus einem schwarzen Tann
An einen stillen Wiesensaum.

Und auf der stillen Wiese stand
Rings Mohn bei Mohn und unbewegt,
Und war bis an den fernsten Rand
Der rote Teppich hingelegt.

Und auf dem roten Teppich lag,
Von tausend Blumen angeblickt,
Ein schöner, müder Sommertag,
Im ersten Schlummer eingenickt.

Ein Hase kam im Sprung. Erschreckt
Hat er sich tief ins Kraut geduckt,
Bis an die Löffel zugedeckt,
Nur einer hat herausgeguckt.

Kein Hauch. Kein Laut. Ein Vogelflug
Bewegte kaum die Abendluft.
Ich sah kaum, wie der Flügel schlug,
Ein schwarzer Strich im Dämmerduft.

Es war einmal, ich weiß nicht wo.
Ein Traum vielleicht. Lang ist es her.
Ich seh’ nur noch, und immer so,
Das stille, rote Blumenmeer.


Gustav Falke, *11. Januar 1853 in Lübeck,
+8. Februar 1916 in Hamburg-Groß Borstel
(seit 1913 zu HH)

Falke war ein dt. Schriftsteller, Dichter und Buchhändler.