Von Andreas Steinhardt 12.02.2025 um 23:20 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht von Cäsar Fleischlen.
Nun, Schnee liegt momentan nicht mehr in
unserer Region, allerdings soll es morgen ein wenig Schneefall geben, ich freue mich als Winterkind über jede Flocke...
In den folgenden Versen "Februarschnee" erwähnt Cäsar Fleischlen prospektiv auch die kommenden Monate, bis hinaus zum Mai.
Theresia war es fast einerlei, ob es erst Februar war oder schon Mai, sie murrte nicht über Wind, Sturm, Schneematsch oder Dauerregen, und stöhnte nicht über die sengende Sonne mit großer Sommerhitze.
Bei Eiseskälte oder dollem Regen erledigte meine Großmutter alles, was zu erledigen war - und bei Gluthitze, ich erinnere mich an solche Sommer - konnte Theresia Stunden in ihrem großen Gemüsegarten verbringen und gebückt Unkraut jäten, pflanzen, zupfen und gießen - schir unermüdlich!
Februarschnee
von Cäsar Fleischlen
Februarschnee
tut nicht mehr weh,
denn der März ist in der Näh!
aber im März
hüte das Herz,
dass es zu früh nicht knospen will!
warte, warte und sei still!
Und wär der sonnigste Sonnenschein,
und wär es noch so grün auf Erden,
warte, warte und sei still:
es muss erst April gewesen sein,
bevor es Mai kann werden!
Cäsar Fleischlen, *12.05.1864 in Stuttgart, +16.10.1920 in Gundelsheim bei Heilbronn.
Fleischlen war ein dt. Lyriker





