Von Andreas Steinhardt 24.07.2025 um 21:00 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht von Wilhelm Weigand.
Meine Großmutter war der hitzeresistenteste Mensch, der mir vielleicht je begegnet ist. Aber auch tiefster Winter mit Minusgraden, Eis und Schnee konnten ihr nichts anhaben -
- "wetterunabhängig" - so würde ich Theresia heute umschreiben - "sie nahms wie es kam" -
...und das ohne auch nur einmal über das Wetter
zu murren...
Im Dorfe
von Wilhelm Weigand
Wie mir dieser Juliwochen
einsam schöne Zeit verrann! Schauend in den Schatten kühlen durft’ ich meine Seele fühlen, die des Glücks Gesichte sann.
Golden sah ich rings sich bräunen weich im Wind das Ährenfeld.
Blutrot glomm an allen Wegen wilder Mohn im Windesregen, lerchenselig ward die Welt.
Lerchenselig meine Seele, die auf Gottes Wegen gingund im Dufte jeder Blüte – eine Fülle, eine Güte! – stillsten Gruß der Welt empfing.
Wilhelm Weigand, gebürtig Wilhelm Schnarrenberger (Namensänderung 1888),
*13. März 1862 in Gissigheim, Baden, heute
zu Königheim, Main-Tauber-Kreis, BW,,
+ 20. Dez. 1949 in München.
Weigand war ein deutscher Dichter und Schriftsteller.





