Von Andreas Steinhardt 03.08.2025 um 16:12 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein kleines Sommergedicht von Joseph von Eichendorff.
Theresia hatte ein rastloses Wesen, ähnlich meinem, und dieses konnte wechselhaft sein
wie das Wetter - und schnell umschwenken -
aber NIE in Aggressivität! Eher von "etwas trübe" schnell hin zur Heiterkeit um erneut von "rasch aufziehenden Wolken" verändert zu werden -
bis zum wiederholtem Sonnenstrahl, der die Wolken wieder lichtet - und ihr ein Lächeln
auf das Gesicht zauberte - und jeglicher Trübsal damit ferne flog ...
Wechsel
von Joseph von Eichendorff
Es fällt nichts vor, mir fällt nichts ein,
Ich glaub’ die Welt steht still,
Die Zeit tritt auf so leis und fein,
Man weiß nicht, was sie will.
Auf einmal rührt sich’s dort und hier –
Was das bedeuten mag?
Es ist, als hört’st du über dir
Einen frischen Flügelschlag.
Rasch steigen dunkle Wetter auf,
Schon blitzt ’s und rauscht die Rund’
Der lust’ge Sturmwind fliegt vorauf –
Da atm’ ich aus Herzensgrund.
Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff,
*10. März 1788 auf Schloss Lubowitz bei Ratibor, Oberschlesien, heutiges Racibórz, polnische Woiwodschaft Schlesien (Śląskie), +26. November 1857 in Neisse, Oberschlesien, heutiges Nysa, poln. Woiwodschaft Oppeln (Opole).
Von Eichendorff war ein bedeutender Lyriker und Schriftsteller der deutschen Romantik. Er zählt zu den meistvertonten deutschsprachigen Lyrikern.





