Von Andreas Steinhardt 09.08.2025 um 19:52 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein Sommergedicht
von Maurice von Stern.
Das Augustwetter war bisher sehr durchwachsen, am Freitag war es den ganzen Tag bewölkt - heute war es sonnig bei bis zu 27° C.
Mir soll durchwachsenes Augustwetter recht
sein, ich vertrage Hitze und zuviel Sonne nicht gut. "Sternzeichen Eisbär, Aszendent Pinguin", sage ich öfter mit Augenzwinkern...
Theresia wäre das Augustwetter relativ Einerlei. Meine Großmutter machte "ihr Ding",
ganz gleichgültig ob Hitze vorherrschte, es
regnete oder klirrend kalt war. Kein Wetter
konnte ihre Pläne durchkreuzen...
Sonnenregen
von Maurice Reinhold von Stern
O wie der stäubende, sprühende Regen
Küsset die wonnig erschauernde Flur!
In sonnigem Segen
Lacht die Natur.
Hold wie ein Kind unter Tränen, so lächelt
Regengebadet das schimmernde Feld;
Taufrisch umfächelt
Leuchtet die Welt.
O wie es perlt in den goldenen Ähren,
Glitzert und funkelt im blumigen Klee!
Nun rinnet, ihr Zähren,
Verklärt mein Weh!
So wie die Erde in Regen und Sonne,
Bin ich verdüstert und wieder erhellt:
In Weh und Wonne
Eins mit der Welt.
Maurice Reinhold von Stern, *03. April 1860 in Reval, z. d. Zeit russ. Kaiserreich, heutiges Tallinn, Hauptstadt Estlands, +28. Oktober 1938 in Höflein, Gemeinde Ottensheim, Oberösterreich.
Von Stern war Schriftsteller, Journalist, Philosoph, Verlagsleiter, Redakteur und trat fordernd für das Frauenstudienrecht ein, was ihm seinerzeit viel Ärger einbrachte.





