Von Andreas Steinhardt 21.09.2025 um 15:01 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht, passend zum morgigen Herbstanfang, von Ferdinand
von Saar.
Am Montag um 20:19 h MESZ haben wir den astronomischen Herbstanfang, die
zweimal jährliche Tag- und Nachtgleiche,
das Herbstäquinoktikum.
Der Freitag und auch der Samstag zeigten sich von noch einmal von der hochsommerlicher Seite, beim Auftakt des Münchener Oktoberfestes herrschten 31°C (!)
Heute zeigt sich der letzte Sommer-Sonntag durchwachsen, es regnete am Morgen, das Thermometer ist bis auf 16° C gefallen...
Theresia war es ziemlich egal, ob es nun ein heißer Sommer ist, ein stürmischer Herbst oder sehr kalter Winter. Sie schaute aus dem Fenster, rümpfte kurz die Nase, und selbst bei ungemütlichstem Wetter sagte sie "Oh, Kopftuch nehmen..." - einen Schirm mochte sie nicht. Sie wurde lieber pudelnass...über das Wetter schimpfen? Niemals...
Für Theresia. Für ihre Geschwister.
Herbst
von Ferdinand von Saar
Der du die Wälder färbst,
Sonniger, milder Herbst,
Schöner als Rosenblüh’n
Dünkt mir dein sanftes Glüh’n.
Nimmermehr Sturm und Drang,
Nimmermehr Sehnsuchtsklang;
Leise nur atmest du
Tiefer Erfüllung Ruh’.
Aber vernehmbar auch
Klaget ein scheuer Hauch,
Der durch die Blätter weht:
Dass es zu Ende geht.
Ferdinand Ludwig Adam von Saar, *30. Sept. 1833 in Wien, +24. Juli 1906 in Wien-Döbling,
19. Bezirk.
Von Saar war ein österr. Schriftsteller, Lyriker und Dramatiker.





