Von Andreas Steinhardt 11.10.2025 um 21:24 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein schönes Herbstgedicht von Theodor Fontane.
Das Wochenende ist trübe aber trocken, bei recht milden Temperaturen.
Theresia, der "wetterunabhängigen", war es relativ egal, ob es nun sehr warm oder sehr kalt, stürmisch oder trüb war. Sie verlor nie ein Wort der Kritik am Wetter, an den Jahreszeiten.
War es draußen auch noch so widrig - meine "harte Großmutter" lief trotzdem die gut zwei Kilometer von ihrem Haus im benachbarten Ortsteil zu unserem - es gab keine Busverbindung - und auch wenn
sie pudelnass wurde - es war ihr schlichtweg egal...
Herbst
von Theodor Fontane
O du wunderschöner Herbst,
Wie du die Blätter golden färbst,
Deiner reinen Luft so klar und still,
Noch einmal ich mich freuen will.
Ich geh den Wald, den Weiher entlang;
Es schweigt das Leben, es schweigt Gesang,
Ich hemme den Schritt, ich hemme den Lauf
Erinnerungen ziehen herauf.
Erinnerungen sehen mich an,
Haben es wohl auch sonst getan.
Nur eins hält nicht mehr damit Schritt.
Lachende Zukunft geht nicht mehr mit.
Vergangenheit hält mich in ihrem Bann,
Vergangenheit hat mirs angetan;
Den Blick in den Herbst, den hab ich frei,
Den Blick in den Herbst. Aber der Mai?
Heinrich Theodor Fontane, *30.12. 1819 in Neuruppin, heute Kreisstadt im Landkreis Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg, +20.09.1898
in Berlin.
Fontane war ein dt. Schriftsteller, Journalist und Kritiker, er gilt als bedeutender Vertreter des Realismus.




