Von Andreas Steinhardt 16.10.2025 um 13:28 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht von Robert Reinick.
Die Blätter fallen, viel früher als im letzten Jahr, wir sind der Natur -
wie im Frühjahr - um Wochen voraus.
Es ist ein recht trüber Oktober - kein Vergleich zum letzten Jahr. Theresia würde die letzten Äpfel aufsammeln und mit den bereits
im Keller gelagerten zu einem schmackhaften Apfelmus einkochen - ich erinnere mich an den großen Kessel, welcher auf ihrem Herd stand und gewaltig dampfte - wie an zahlreiche Einmachgläser, welche ihr Kellerregal füllten - ebenfalls kochte meine Oma Birnen, Himbeeren und Pflaumen ein und kreierte aufgesetzte Obstler...
Der Apfelbaum
von Robert Reinick
Der Apfelbaum, das ist ein Mann!
Kein andrer gibt so gern wie der.
Im Winter, wenn man schüttelt dran.
Da gibt er Schnee die Fülle her.
Im Frühling wirft er Blüten nieder,
Im Sommer herbergt er die Finken;
Jetzt streckt er seine Zweige nieder,
Die voller Frucht zur Erde sinken.
Drum kommt! und schüttelt was ihr könnt,
Ich weiß gewiss, dass er’s euch gönnt.
Robert Reinick, *22. Februar 1805 in Danzig,
+7. Februar 1852 in Dresden.
Reinick war ein deutscher Maler und Dichter.





