Von Andreas Steinhardt 20.12.2025 um 18:36 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze am Vorabend des 4. Advents ein Gedicht von Wilhelm Busch.
Meine Großmutter Theresia konnte die Adventszeit richtig genießen, sie schmückte ihr Haus mit zeittypischer Dekoration, beispielsweise mit einer Adventspyramide wie einem siebenarmigen Kerzenleuchter im Fenster...
... gerne erinnere ich mich an die Adventssonntage meiner Kindheit und frühen Jugend. Entweder kamen Oma Theresia und Opa Willi am Nachmittag aus dem benachbarten Stadtteil zu uns gelaufen, und wurden später wieder von meinem Vater nach Hause gebracht - oder wir besuchten sie, wenn das Wetter einen Spaziergang nicht zuließ.
Auf jeden Fall gab es immer Omas leckere, selbstgebackene Plätzchen und auch ihre hervorragenden Doppeldecker mit Streuseln und Vanillecreme. Im Licht der Adventskerzen machten wir es uns gemütlich, mein Großvater trug dabei schöne Adventsgedichte und Weihnachtsgeschichten vor...
Der Stern
von Wilhelm Busch
Hätt einer auch fast mehr Verstand
als die drei Weisen aus dem Morgenland
und ließe sich dünken, er wär wohl nie,
dem Sternlein nachgereist wie sie;
dennoch, wenn nun das Weihnachtsfest
seine Lichtlein wonniglich scheinen läßt,
fällt auch auf sein verständig Gesicht,
er mag es merken oder nicht,
ein freundlicher Strahl:
Des Wundersternes von dazumal.
Heinrich Christian Wilhelm Busch, *14. April 1832 in Wiedensahl, Schaumburger Land, Niedersachsen, +9. Januar 1908 in Mechtshausen, seit 1974 zur Stadt Seesen, Niedersachsen.
Busch war einer der einflussreichsten humoristischen Dichter und auch Zeichner Deutschlands.





