Von Andreas Steinhardt 11.04.2026 um 19:59 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein Aprilgedicht von Julius Rodenberg.
Der April macht was er will - es trifft wieder einmal zu, nach einem sehr sonnigen Tag bei 22° C folgte gestern in hiesigen Breitengraden ein Gewitter und der Temperatursturz auf 11° C bei einem Sonne-Wolken-Mix. Heute war es bis zu 19° C warm werden - allerdings mit wenigen Tropfen versehen.
Theresia, die "Wetter-unabhängige", wäre es relativ egal, ob der April nun milde daherkommt oder er uns mit stürmischem, kühlen Wetter begleitet - meine Oma war einfach ein robustes Original, Schneefall, Regen oder Hitze - sie konnte mit allem gut leben...
April
von Julius Rodenberg
Bald ein raues kaltes Rauschen,
Dass der dunkle Forst erkracht;
Bald ein Flüstern, Kosen, Lauschen,
Wie die stillste Frühlingsnacht.
Bald der Himmel, bald die Sonne,
Bald die Wolken, bald der Schnee –
Wie der Liebe erste Wonne,
Wie der Liebe erstes Weh.
Bald das Jauchzen, bald die Trauer
In der aufgeregten Brust –
Und noch halb in Winterschauer,
Und schon halb in Frühlingslust.
Bald ein ungestümes Ringen,
Bald ein Frieden sonntagsstill –
O, was wirst du mir noch bringen
Schöner, stürmischer April!
Julius Rodenberg, eigentlich Julius Levy, *26. Juni 1831 in Rodenberg, heute LK Schaumburg, Niedersachsen, +11. Juli 1914 in Berlin.
Rodenberg war ein deutscher Journalist und Schriftsteller.




