Franz Steinhardt

Franz
Steinhardt

26.03.1926
Gladbeck
-
15.03.1986
Gladbeck

stimmungsbild
ZurückEine brennende Kerze: Kerze lila geschwungen
Allerheiligen am Grab im laufe der Jahre

Von Andreas Steinhardt 04.11.2019 um 12:26 Uhr | melden

Bevor mein Vater 1986 starb (zu der Zeit war ich 16 Jahre) ging ich als Kind immer mit ihm immer an Allerheilgen zum Grab meines Großvaters, welchen ich nie kennenlernte. Er starb bereits 18 Jahre bevor ich geboren wurde ähnlich jung wie sein Sohn. Das Lichtermeer auf dem Friedhof Gladbeck-Rentfort ab der Dämmerung beeindruckte mich als Kind immer sehr. Als 1982 seine Mutter starb, wurde ein Doppelgrab angelegt, mein Großvater umgebettet. Dort hatte ich als
Kind Spaß, viele viele Kerzen, rote, weiße und grüne, aufzustellen.
Nun, bereits 1986, als ich 16 Jahre alt war, starb mein Vater - und fortan war sein Grab an Allerheiligen quasi im Mittelpunkt. Sein überraschender Tod hat fortan einen regelrechten familiären Allerheiligen-Boom ausgelöst, so traf sich - wie in vielen Familien üblich, die ganze Verwandtenschar zum Gang zum Grab. Zuvor nahmen einige von uns am morgentlichen Allerheilgen-Hochamt in der Kirche St. Josef zu Gladbeck-Rentfort, direkt neben dem Friedhof, teil. Am Nachmittag fand zusätzlich in St. Josef die Andacht zum Totengedenken mit 3 Priestern der 3 Kirchen des Einzugsbereichs des Friedhofes statt, mit anschliessender Prozession und Segnung der Gräber. In den nächsten Jahren nahmen auch meine kleinen Neffen am Friedhofsgang teil mit genauo großer Freude am Kerzen entzünden und dem abendlichen Lichtermeer wie ich zuvor. Als ihr Großvater Franz starb, war einer seiner Enkel noch nicht einmal 3 Jahre alt, der andere Enkel kam 10 Wochen nach dem Tod seines Großvaters auf die Welt...nach dem ebenfalls frühen Tod unserer Mutter, seiner Ehefrau wurde unser Allerheiligen-Ritual noch intensiver. Schon am Vorabend gingen wir mit den kleinen Neffen zum Friedhof, schmückten die Gräber schön und stellten die ersten Lichter auf. Manchmal im ersten Schnee und gefrorenem Boden, manchmal bei Regen und Wind oder bei schönstem Sonnenschein. Das erste Allerheiligenfest nach dem Tod meiner Mutter 1994 beispielshalber
war ein ungewöhnlich warmer, sonnendurchfluteter Tag.