Von Andreas Steinhardt 15.11.2022 um 13:40 Uhr | melden
Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Christian Morgenstern*, welches den schönen Herbst eher bejaht als beklagt, mit kleinem Klang der Melancholie, wartend auf den Winter. Vielleicht ganz passend zum momentan wundervoll sonnigen Novemberwetter.
Für Franz und Sohn Axel
Herbst
Zu Golde ward die Welt;
zu lange traf
der Sonne süßer Strahl
das Blatt, den Zweig.
Nun neig
dich, Welt, hinab
Bald sinkts von droben dir
in flockigen Geweben
verschleiernd zu -
und bringt dir Ruh,
o Welt,
o dir, zu Gold geliebtes Leben,
Ruh.
Christian Morgenstern, * 06.05.1871 in München, Maxvorstadt,
+ 31.03.1914 in Untermais, Tirol.





