Von Andreas Steinhardt 05.05.2023 um 14:32 Uhr | melden
Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Clara Müller-Jahnke.
Für Franz. Für Axel.
Maien-Fest
Wieder taucht ein Maientag
aus des Winters Tiefen,
lockt ein heller Amselschlag
alle, die noch schliefen.
Wieder steht das goldene Licht
hoch im Heiligtume –
aus der Dornenhecke bricht
eine Rosenblume.
Maientag und Maienfest!
Unsre Klagen schweigen.
Unsre stolze Sehnsucht lässt
ihre Banner steigen;
ihre Tauben fliegen aus,
ihre Knospen springen –
Kirschen blühn um jedes Haus,
und die Glocken klingen.
Clara Müller-Jahnke, * 05. Feb. 1860 in Lenzen, damaliges Hinterpommern, heute zur poln. Woiwodschaft Westpommern gehörend, + 04. November 1905 in Wilhelmshagen, heute zu Berlin gehörend, (B- Rahnsdorf, Neu-Rahnsdorf -Whagen)
Clara Müller-Jahnke, geb. Müller, war eine deutsche Dichterin, Journalistin und Frauenrechtlerin.





