Von Andreas Steinhardt 22.07.2023 um 21:27 Uhr | melden
Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Rainer Maria Rilke.
Franz zeigte mir schon als Kind auf seinem Arm immer wieder den Sternenhimmel - später, in meiner gesamten Kindheit, gingen wir im Herbst und Winter, wenn es früh dunkel wurde, gemeinsam in den Garten und mein Vater erklärte mir die Sternbilder der nördlichen Hemisphäre. Bis heute bin ich faszinierter Sternengucker, Bücher und Anleitungen halfen und helfen mir zusätzlich die einzelnen Sterne namentlich zu kennen. Franz zeigte mir immer mit großer Begeisterung das Sternbild Orion, das auch bis heute mein Lieblingsgestirn ist.
Ich kann es (auch) kaum erwarten, bis es zunächst im Oktober am sehr frühen Morgen erstmals wieder zu sehen ist, und später die ganze Winternacht über.
Danke für die tollen Sternennächte! Es hat mich sehr geprägt.
Nachthimmel und Sternenfall
von Rainer Maria Rilke
Der Himmel, groß, voll herrlicher Verhaltung,
ein Vorrat Raum, ein Übermaß von Welt.
Und wir, zu ferne für die Angestaltung,
zu nahe für die Abkehr hingestellt.
Da fällt ein Stern! Und unser Wunsch an ihn,
bestürzten Aufblicks, dringend angeschlossen:
Was ist begonnen, und was ist verflossen?
Was ist verschuldet? Und was ist verziehn?
Rainer Maria Rilke, *04. Dezember 1875 in Prag (damals Königreich Österreich-Ungarn), +29. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux, CH.





