Franz Steinhardt

Franz
Steinhardt

26.03.1926
Gladbeck
-
15.03.1986
Gladbeck

stimmungsbild
ZurückEine brennende Kerze: Kerze orange geschwungen
Reisen mit dem Vater

Von Andreas Steinhardt 19.10.2023 um 16:20 Uhr | melden

Zur Gedenkkerze ein nettes Gedicht, von Anastasius Grün, passend zum Thema Reisen.

Schon in jungen Jahren zog es Franz immer wieder in den Süden Deutschlands, in den Schwarzwald, nach Bayern und auch Österreich. Ich erinnere mich an seine Erzählungen über eine wochenlange Radtour, mit seinem Bruder Rudolf und einem Freund, welche sie vom Ruhrgebiet bis nach Bayern führte. Auch habe ich vergilbte s/w- Bilder im Kopf, die die jungen Männer auf dieser strapaziösen Tour zeigt.

In meiner Kindheit und frühen Jugend fuhr ich mit meinem Eltern meistens zum Chiemsee, aber auch öfter nach Berchtesgaden, einmal in den Schwarzwald und ein einziges Mal zur deutschen Nordseeküste.

Wie Franz liebe ich auch das Bayernland, München war für ihn, meiner Mutter und mich immer die schönste deutsche Großstadt, auf eine Stippvisite konnten wir nie verzichten. Allerdings hat mich der einzige Urlaub an der Nordseeküste, Bensersiel mit Insel Langeoog, schon
als Kind so beeindruckt, das damit auch in mir eine große Liebe zu Norddeutschland, zur Nord- und Ostseeküste entstanden ist. Auch wenn ich Bayern immer noch mal besuche und es lieblich-schön finde, so zieht es mich doch mehr zur rauhen Küste mit seiner Inselwelt.

Ob es Franz nicht am Wattenmeer gefallen hat? Ich denke schon, das es ihn auch sehr fasziniert hat, glaube aber das meine Mutter die Ausschlaggebene für viele folgende Bayernurlaube war.

Für Urlaube im Ausland, Italien oder Spanien beispielshalber, konnte ich meine Eltern nie begeistern. Mir gehts heute ähnlich, ich schaue mir am liebsten unser Land an. Es gibt immer noch vieles zu entdecken!

Für Franz. Für Axel.


Zwei Heimgekehrte

Zwei Wanderer zogen hinaus zum Tor,
Zur herrlichen Alpenwelt empor.
Der eine ging, weil’s Mode just,
Den andern trieb der Drang in der Brust.

Und als daheim nun wieder die zwei,
Da rückt die ganze Sippe herbei,
Da wirbelt’s Fragen ohne Zahl:
„Was habt ihr gesehn? Erzählt einmal!“

Der eine drauf mit Gähnen spricht:
„Was wir gesehn? Viel Rares nicht!
Ach, Bäume, Wiesen, Bach und Hain
Und blauen Himmel und Sonnenschein!“

Der andere lächelnd dasselbe spricht,
doch leuchtenden Blicks, mit verklärtem Gesicht:
„Ei, Bäume, Wiesen, Bach und Hain,
Und blauen Himmel und Sonnenschein!“

Anastasius Grün, eigent. Graf Anton von Auersperg,
österr. Politiker und Lyriker, *11. April 1806 in
Laibach, Unterkrain, KR Österreich -Ungarn,
heute Ljubljana, Hauptstadt von Slowenien,
+12. September 1876 in Graz.