Franz Steinhardt

Franz
Steinhardt

26.03.1926
Gladbeck
-
15.03.1986
Gladbeck

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Gedicht Spätherbst von Fontane

Von Andreas Steinhardt 24.11.2023 um 19:06 Uhr | melden

Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht von Theodor Fontane.
Ja, wir befinden uns nun im Spätherbst, seit Ende Oktober darf
man wohl davon sprechen. Auch als Herbstfan und "Winterkind"
finde ich derweil das in unseren Breitengraden nicht gerade beschauliche Novemberwetter auch langsam etwas zermürbend.

Den Menschen, die ich kenne geht der viele Nieselregen ziemlich
aufs Gemüt. Vermutlich geht es Ihnen ähnlich...im Gegensatz zu meiner Mutter, die momentan ziemlich verzweifeln würde, ließ sich Franz eigentlich nichts anmerken. Selbst bei Niesel und Schauer,
Wind und Sturm ging er zeitweise in den Garten, oft mit Hut, so daß meine Mutter schon rief: "Franz, bist Du eigentlich verrückt? Komm doch rein!" Ich glaube mein Vater brauchte oft ein wenig Frischluft,
das Wetter war ihm dabei einerlei...


Spätherbst

Schon mischt sich Rot in der Blätter Grün,
Reseden und Astern sind im Verblühn,
Die Trauben geschnitten, der Hafer gemäht,
Der Herbst ist da, das Jahr wird spät.

Und doch (ob Herbst auch) die Sonne glüht, -
Weg drum mit der Schwermut aus deinem Gemüt!
Banne die Sorge, geniesse, was frommt,
Eh Stille, Schnee und Winter kommt.

Theodor Fontane, *30. Dezember 1819 in Neuruppin (Brandenburg),
+ 20. September 1898 in Berlin. Fontane deutscher Schriftsteller, Journalist und Kritiker. Fontane gilt als bedeutender Vertreter des Realismus.