Franz Steinhardt

Franz
Steinhardt

26.03.1926
Gladbeck
-
15.03.1986
Gladbeck

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ZurückEine brennende Kerze: Kerze grau-blau Grabkerze
Todestag von Franz ältestem Sohn Axel

Von Andreas Steinhardt 12.12.2023 um 15:35 Uhr | melden

Diese Gedenkkerze möchte ich nicht nur Franz, sondern auch seinem erstgeborenen Sohn, meinem ältesten Bruder Axel widmen.

Am heutigen 12. Dezember vor zwei Jahren verstarb Axel plötzlich
und unerwartet einen Tag nach seinem 70. Geburtstag. Aus familiären Gründen habe ich noch keine Gedenkseite für ihn anlegen können.
Leider bestand aufgrund eines Familienstreits kein Kontakt mehr zu Axel und seiner Familie. Jeder mag es anders sehen, ich sehe mich aber nicht "berechtigt" eine Seite für meinen Bruder zu erstellen.
Daher möchte ich heute auf den Gedenkseiten meiner Eltern einige Worte aus Axels Leben schreiben:

Franz erster Sohn erblicke am 11. Dezember 1951 in Gladbeck die Welt. Erst fast 19 Jahre später wurde ich geboren, Franz war zu
diesem Zeitpunkt schon 45 Jahre alt, meine Mutter Gerda 39.

Axel besuchte das hiesige Gymnasium, nach dem Abitur studierte mein Bruder überwiegend in Marburg Germanistik und Sport. So konnte ich als Kind bei häufigen Besuchen dort die unglaublich schöne, mittelalterlich geprägte Stadt Marburg an der Lahn kennen- und lieben lernen. Für mich war es bis dahin "meine Traumstadt" der Kindheit, und meinen Bruder wie seine Freundin und spätere Gattin zu besuchen ein unglaubliches Highlight.

Mein Bruder Axel war für mich immer das große Vorbild, ich wollte auch Lehrer werden und sonst nichts anderes - wir verstanden uns
1:1, es gab in meiner Kindheit und Jugend niemals Streit zwischen
uns, und Axel erfüllte mir im Prinzip fast jeden Wunsch.

Ausflugsfahrten, Abenteuerspielplätze, Schwimmbadbesuch, ins Fußballstadion...er kümmerte sich rührend um sein kleines "Brüderchen", wie Axel mich auch immer nannte.

Nach dem Rückzug von Marburg ins Ruhrgebiet nahm Axel zwei Referendarstellen in Gladbeck und Oberhausen an. Bis zur Rente arbeitete mein Bruder als Studienrat für Deutsch und Sport wie Vertrauenslehrer am Essener Don Bosco Gymnasium. Zwischen- zeitlich war er auch Sprintertrainer bei der SGO Oberhausen, ich kam oftmals mit zum Training im Stadion und konnte auch sehr bekannte Leichtathleten kennenlernen. Natürlich nahm mich Axel mit zu Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in verschiedene deutsche Stadien.

Axel war gläubiger Katholik, ein Vorbild im Glauben, den er nicht mit Strenge, sondern mit Fröhlichkeit lebte. Mein Bruder lächelte ständig, hatte einen großen Humor, konnte Tränen lachen wenn wir uns beispielshalber zusammen einen Louis des Fúnes-Film ansahen. Ein unglaublich positiver Mensch - ähnlich unserer Mutter. Gerda verstand sich ebenfalls prächtig mit ihrem Sohn, wer ihn nicht leiden mochte - war nicht zu verstehen.

Axel wurde zweimal Vater, 1983 und 1986, seine Söhne waren für mich das Allergrößte - wie kleine Brüder, die ich mir immer wünschte. Schon mit 13 Jahren wurde ich Onkel - ich war unglaublich stolz auf meinen ersten kleinen Neffen.

Nachdem wir uns viele Jahre nicht gesehen hatten entschloss ich mich, meinem Bruder Axel zum 70. Geburtstag eine Karte zu schicken. Mit der Aussicht, sehr bald Bilder von meiner Familie und mir zu schicken, in der Hoffnung auf ein Wiedersehen. Das ich Axel in aller Kürze zu Grabe tragen würde, war unvorstellbar.

Einen Tag nach seinem 70. Geburtstag verstarb Axel plötzlich und unerwartet. Mein Bruder war, wie ich durch andere familiäre Kontakte schon zuvor erfuhr, herzkrank. Einen weiteren Tag später erfuhr ich von meiner Cousine, welche informiert wurde, das Axel nicht mehr lebt. Er fühlte sich nicht gut und lag leblos auf seiner Couch.

Ich war geschockt, jetzt gerade, wo endlich einer von uns nach viel zu langer Zeit versuchte das Eis zu brechen, verstarb mein Bruder. Ich merkte, das es einerlei war, ob man sich einige Jahre nicht mehr gesehen hat, oder ob es noch gestern gewesen wäre. Meine Trauer
war groß, ich war fassungslos. Die vielen guten Erinnerungen an Axel wurden sehr präsent.

Es bleibt die Erinnerung an einen für mich persönlich wichtigsten Menschen, der mich in meiner Kindheit und Jugend geprägt hat, stets Vorbild war und ohne den ich mich nicht zu dem Menschen entwickelt hätte, der ich bin.

Auf der Gedenkseite meiner Mutter Gerda Steinhardt finden Sie ab dem Ende des letzten Abschnitts eine noch längere Version, einen Rückblick auf die leider kärgliche, ja skandalöse Trauerfeier Axels.

Für Franz. Für Axel.

"Unsere Toten sind nicht abwesend sondern nur unsichtbar. Sie schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Trauer"

Aurelius Augustinus (Augustinus von Hippo, Hl. Augustinus, Bischof von Rom)