Von Andreas Steinhardt 07.01.2024 um 16:30 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht über "Das Buch" von Heinrich Seidel.
Franz war ein absoluter Bücherwurm, seine "Bibliothek" umfasste politische und religiöse Bücher, bibelforschende Werke, viele Lexika, eine Menge Biographien, unzählige Gedichtbände und Romane - aber nur von alten Meistern. Kitschige Bücher wie boulervardeske Bestseller verschmähte mein Vater gänzlich.
Einige Werke sind in meinen Besitz übergegangen, fasziniert hat mich schon recht früh sein Buch "Schuld und Sühne" von Dostojewski. Leider komme ich momentan viel zu wenig zum lesen - die Zeit und Ruhe, die trotz allem Franz dafür fand - werde ich vermutlich niemals finden.
Für Franz. Für Axel.
Das Buch
von Heinrich Seidel
Der Erste schreibt es,
Der Zweite vertreibt es,
Der Dritte verschmäht es,
Der Vierte ersteht es,
Den Fünften entflammt es,
Der Sechste verdammt es,
Der Siebente schätzt es,
Der Achte versetzt es,
Der Neunte verpumpt es,
Der Zehnte zerlumpt es,
Der Elfte vergräbt es,
Der Zwölfte verklebt es
Zu Düten, denn im Krämerladen
Da kommen sie schliesslich
Alle zu Schaden!
Heinrich Friedrich Wilhelm Karl Philipp Georg Eduard Seidel,
*25. Juni 1842 in Perlin, Mecklenburg-Schwerin, heute Landkreis Nordwestmecklenburg, + 07. November 1906 in Groß-Lichterfelde, einst eigenständige Gemeinde im Regierungsbezirk Potsdam, seit 1912 Berlin-Lichterfelde.
Seidel war ein deutscher Schriftsteller und Ingenieur.





