Franz Steinhardt

Franz
Steinhardt

26.03.1926
Gladbeck
-
15.03.1986
Gladbeck

stimmungsbild
ZurückEine brennende Kerze: Kerze flieder geschwungen
Gedicht zum Aschermittwoch

Von Andreas Steinhardt 14.02.2024 um 16:53 Uhr | melden

Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht von Alfred Lichtenstein.
Die Masken sind gefallen, die Fastenzeit hat begonnen. Sind Sie froh, das der ganze Spuk des Faschings nun ein Ende hat? Oder trauern Sie der närrischen Zeit nach? Franz mochte den Karneval ganz gern, wie auch ich.

Nun ist er da, der Aschermittwoch, da hilft kein Weh und kein Ach...
eine karge Zeit beginnt, je nach dem wie Sie diese annehmen, mit christlichem Hintergrund oder purem Ignorieren...die gute Nachricht:
In 40 Tagen ist Ostersonntag. Ein überschaubarer Zeitraum, wie auch immer Sie diese kommenden Wochen gestalten, möge es Ihnen gut gelingen!



Aschermittwoch

von Alfred Lichtenstein

Gestern noch ging ich gepudert und süchtig
In der vielbunten tönenden Welt.
Heute ist alles schon lange ersoffen.

Hier ist ein Ding.
Dort ist ein Ding.
Etwas sieht so aus.
Etwas sieht anders aus.
Wie leicht pustet einer die ganze
Blühende Erde aus.

Der Himmel ist kalt und blau.
Oder der Mond ist gelb und platt.
Ein Wald hat viele einzelne Bäume.

Ist nichts mehr zum Weinen.
Ist nichts mehr zum Schreien.
Wo bin ich?


Alfred Lichtenstein, expressionistischer Dichter,
* 23.08.1889 in Wilmersdorf (seit 1920 zu Berlin),
+ 25.09.1914 in Vermandovillers, Nordfrankreich.