Von Andreas Steinhardt 21.02.2024 um 16:02 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht von Fred Endrikat.
Ich erinnere mich gerne an Franz heitere Seite - mein Vater hatte
einen schönen Humor, konnte sich köstlich über Heinz Erhardt,
Sketche mit Dieter Hallervorden oder auch die Filme mit Louis des Funės amüsieren. Gerne trug mein Vater Reime von Heinz Erhardt
vor, welche er perfekt auswendig kannte...
Passend dazu ein Gedicht über den Humor:
Für Franz. Für Axel.
Der Humor
von Fred Endrikat
Humor ist sozusagen unser Senf des Lebens.
Er macht ein Stücklein trocken Brot zum Leibgericht.
Wer ihn nicht selbst besitzt, der hamstert ihn vergebens,
so hat man ihn entweder - oder hat ihn nicht.
Humor ist schwierig oder gar nicht zu ergründen.
Er ist stets taktvoll, niemals vorlaut und nicht spitz.
Humor ist zu erleben und nicht zu erfinden,
im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder Witz.
Humor ist unser Freund in allen Lebenslagen,
weil er dem Herz entspringt und nicht dem Intellekt.
Man kann zum Beispiel mit Humor die Wahrheit sagen,
so dass sie uns bekommt und halb so bitter schmeckt.
Humor blüht auch an kühlen Dauerregentagen
und stimmt uns fröhlich, wenn es noch so schaurig ist.
Ja, mit Humor lässt sich sogar ein Humorist ertragen,
und wenn er wirklich noch so traurig ist.
Fred Endrikat, dt. Schriftsteller, *07. Juni 1890 in Nakel an der Netze, Pommern (heute Nakło nad Notecią , poln. Woiwodschaft Kujawien-Pommern), 12. August 1942 in München.
Endrikat, welcher im Ruhrgebiet aufwuchs, war ein seinerzeit sehr populärer Dichter, Schriftsteller und Kabarettist.





