Von Andreas Steinhardt 05.03.2024 um 14:14 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht von Rilke, passend zum meteorologischem Frühlingsbeginn am 1. März.
War der März zu Beginn schon trocken und nicht besonders kalt, begann Franz unseren Garten für den Frühling auf Trab zu bringen, beschnitt Ästchen, grub den Boden um und entfernte das letzte liegengebliebene Laub.
Am 15. März 1986, seinem Todestag, tat er dies auch - es sollte das letzte Mal sein.
Vorfrühling
von Rainer Maria Rilke
Härte schwand. Auf einmal legt sich
Schonung an der Wiesen aufgedecktes
Grau.
Kleine Wasser ändern die Betonung.
Zärtlichkeiten, ungenau,
greifen nach der Erde aus dem Raum.
Wege gehen weit uns Land und Zeigens.
Unvermutet siehst du seines Steigens
Ausdruck in dem leeren Baum.
Rainer Maria Rilke, *04. Dezember 1875 in Prag,
+29. Dezember 1926 in Valmont bei Montreux, Schweiz.





