Von Andreas Steinhardt 22.04.2024 um 14:50 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht von Hermann Löns.
Nach einigen ersten warmen und sonnigen Tagen zeigt sich der April von der Seite, die ihm im Rufe nachhallt...
Franz war kein Sonnenanbeter, im Gegenteil,
er war sogar recht froh, wenn die richtig warmen
und heißen Tage noch Ferne blieben.
Er war ein großer "Wetter-Beobachter", und kannte sich hervorragend mit den unterschiedlichen Wolkentypen aus. Nichts war für meinen Vater langweiliger als ein stets blauer Himmel - was
gibt es da auch viel zu entdecken im Gegensatz
zu einem wilden Wolkenspiel?
Ich sehe es ähnlich...auch wenn es die wahren Sonnenkinder nie verstehen werden...
Für Franz. Für Axel.
Frühling
von Hermann Löns
Hoch oben von dem Eichenast
Eine bunte Meise läutet
Ein frohes Lied, ein helles Lied,
Ich weiß auch, was es bedeutet.
Es schmilzt der Schnee,
Es kommt das Gras,
Die Blumen werden blühen;
Es wird die ganze weite Welt
In Frühlingsfarben glühen.
Die Meise läutet den Frühling ein,
Ich hab es schon lange vernommen;
Er ist zu mir bei Eis und Schnee
Mit Singen und Klingen gekommen.
Hermann Löns, * 29. August 1866 in Culm, Westpreußen, heute Chełmno, poln. Woiwodschaft Kujawien-Pommern, + 26. September 1914 nahe Loivre bei Reims, Frankreich.
Der "Heidedichter" Löns war ein deutscher Journalist, Schriftsteller, Naturforscher und Naturschützer.





