Von Andreas Steinhardt 08.07.2024 um 22:32 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht von Richard Dehmel.
Nun, dieser Sommerabend ist vielleicht ein Vorbote auf den morgigen, nach überwiegend bewölktem Tag konnten wir noch ein schönes Abendrot bewundern. Morgen soll es auch in hiesigen Gefilden bis zu 30° werden - bevor Mittwoch, spätestens Donnerstag der Regen wieder Einzug erhält.
Franz, ein Nachtschattengewächs wie ich, wäre gar nicht böse darum gewesen...ich gönne aber durchaus allen, die sich nach üppiger Sonne und hohen Temperaturen sehnen, diesen morgigen Tag... nutzen Sie diese Momentaufnahme!
Sommerabend
von Richard Dehmel
Klar ruhn die Lüfte auf der weiten Flur;
fern dampft der See, das hohe Röhricht flimmert,
im Schilf verglüht die letzte Sonnenspur,
ein blasses Wölkchen rötet sich und schimmert.
Vom Wiesengrunde kommt ein Glockenton,
der Hirte sammelt seine satte Herde;
im stillen Walde steht die Dämmerung schon,
ein Duft von Tau entweicht der warmen Erde.
Im jungen Roggen rührt sich nicht ein Halm,
die Glocke schweigt wie aus der Welt geschieden;
nur noch die Grillen geigen ihren Psalm.
So sei doch froh, mein Herz, in all dem Frieden!
Richard Fedor Leopold Dehmel, *18. November 1863 in Hermsdorf, Provinz Brandenburg (heute Ortsteil der Gemeinde Münchehofe, LK. Dahme- Spreewald, BB), +8. Februar 1920 in Blankenese, seit 1938 zu Hamburg.
Dehmel war ein deutscher Dichter und Schriftsteller.





