Franz Steinhardt

Franz
Steinhardt

26.03.1926
Gladbeck
-
15.03.1986
Gladbeck

stimmungsbild
ZurückEine brennende Kerze: Kerze flieder viereckig
Nachthimmel und Sternenfall

Von Andreas Steinhardt 25.07.2024 um 22:52 Uhr | melden

Zur heutigen Gedenkkerze ein schönes Gedicht von Rainer Maria Rilke.

Ich erinnere mich, das mein Vater mit mir als Kind bei einsetzender Dunkelheit häufig in den Garten ging und mir den Sternenhimmel erklärte - ab Mitte Oktober beschrieb er mir die einzelnen Sterne des Orion, Bellatrix und Mintaka, Rigel und Betelgeuse, zeigte mir die Pleiaden und das kleine Sternbild Delphin, Sirius im Canis Major, erklärte mir alle zirkumpolaren Sternenbilder - und mit Glück konnten wir auch eine Sternschnuppe beobachten...seine Liebe zur Sternenkunde habe ich selbstredend übernommen - und diese schon oft weitergegeben.

Für Franz. Für Axel.



Nachthimmel und Sternenfall

von Rainer Maria Rilke


Der Himmel, groß, voll herrlicher Verhaltung,
ein Vorrat Raum, ein Übermaß von Welt.
Und wir, zu ferne für die Angestaltung,
zu nahe für die Abkehr hingestellt.

Da fällt ein Stern! Und unser Wunsch an ihn,
bestürzten Aufblicks, dringend angeschlossen:
Was ist begonnen, und was ist verflossen?
Was ist verschuldet? Und was ist verziehen?

Rainer Maria Rilke, eigentlich René Karl Wilhelm Johannes Maria Rilke, *1875 in Prag, +1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux, CH.