Von Andreas Steinhardt 22.01.2025 um 11:47 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht von Emil Besser.
Der Januar zeigt sich seit vielen Tagen von seiner kalten Seite, Rauhreif bedeckt das Land, die die Bäume wie in weißer Blütenpracht erscheinen lassen, wie ich es selten gesehen habe.
Franz liebte wie auch ich den Anblick der stillen, erstarrten Winterlandschaft - dazu die milchig durchscheinende Wintersonne, welche die glitzernd silbrige Landschaft in ein diffuses
Licht einer Märchenwelt verwandelt.
Mein Vater unternahm gerne mit ihr als Kind ausgedehnte Spaziergänge durch das Feld, im besten Falle natürlich mit einem Schlitten zu dieser Jahreszeit dabei...
Januar
von Emil Besser
Das weite todesmüde Schweigen;
Die kalte Klarheit in der Luft;
Die Bäume mit den kahlen Zweigen;
Auf frischem Schnee ein blauer Duft;
– Und drunter all das junge Leben,
Um dessen still verborgnes Sein
Schon ahnungsvolle Träume schweben
Von einer Welt im Sonnenschein.
Karl Rudolf Emil Besser, Pseudonyme Emil von
der Höhenwarte und Karl Rudolph, *1863 in Trier, +1908? - Daten nicht komplett zu finden.
Besser war ein dt. Schriftsteller, Dichter, Beamter und Steuersekretär.





