Von Andreas Steinhardt 13.04.2025 um 14:24 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze am Palmsonntag ein Gedicht von Hermann Löns.
Nach einem sehr warmen und sonnigen Samstag zeigt sich der Palmsonntag heute viel kühler, bewölkt und mit einigen kleinen Schauern.
Die Natur schreit nach Regen, seit vielen Wochen hatten wir bis heute fast keinen Niederschlag -
die meisten Menschen die ich kenne sagen momentan "bloß keinen Regen, soll es doch so bleiben" - sind wir wirklich so egoistisch? Sehr viele offenbar doch...
Franz war kein Sonnenanbeter, im Gegenteil,
er war sogar recht froh, wenn die richtig warmen
und heißen Tage noch in weiter Ferne blieben.
Mein Vater war ein großer "Wetter-Beobachter", und kannte sich hervorragend mit den unterschiedlichen Wolkentypen aus. Nichts war für meinen Vater langweiliger als ein stets blauer Himmel - was gibt es da auch viel zu entdecken im Gegensatz zu einem wilden Wolkenspiel? ...sagte einst ein bekannter Meteorologe...
Ich sehe es ähnlich...auch wenn es die wahren Sonnenkinder niemals verstehen werden...
Für Franz. Für Axel.
Frühling
von Hermann Löns
Hoch oben von dem Eichenast
Eine bunte Meise läutet
Ein frohes Lied, ein helles Lied,
Ich weiß auch, was es bedeutet.
Es schmilzt der Schnee,
Es kommt das Gras,
Die Blumen werden blühen;
Es wird die ganze weite Welt
In Frühlingsfarben glühen.
Die Meise läutet den Frühling ein,
Ich hab es schon lange vernommen;
Er ist zu mir bei Eis und Schnee
Mit Singen und Klingen gekommen.
Hermann Löns, *29. August 1866 in Culm, Westpreußen, heute Chełmno, poln. Woiwodschaft Kujawien-Pommern, +26. September 1914 nahe Loivre bei Reims, Frankreich.
Der "Heidedichter" Löns war ein deutscher Journalist, Schriftsteller, Naturforscher und Naturschützer.





