Franz Steinhardt

Franz
Steinhardt

26.03.1926
Gladbeck
-
15.03.1986
Gladbeck

stimmungsbild
ZurückEine brennende Kerze: Kerze rot Kreuz christlich
Du Dunkelheit

Von Andreas Steinhardt 28.04.2025 um 22:25 Uhr | melden

Zur heutigen Gedenkkerze für Franz in der Trauerwoche für Papst Franziskus ein etwas "gediegeneres" Gedicht von Rilke.

Gratia coniunctus in aeternum, Franciscus PP.!

Und seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Mt 28,20



Du Dunkelheit


von Rainer Maria Rilke


Du Dunkelheit, aus der ich stamme
ich liebe dich mehr als die Flamme,
welche die Welt begrenzt,
indem sie glänzt
für irgend einen Kreis,
aus dem heraus kein Wesen von ihr weiß.

Aber die Dunkelheit hält alles an sich:
Gestalten und Flammen, Tiere und mich,
wie sies errafft,
Menschen und Mächte –

Und es kann sein: eine große Kraft
rührt sich in meiner Nachbarschaft.

Ich glaube an Nächte.

Rainer Maria Rilkes Gedicht Du Dunkelheit entstand am 22. September 1899 in Berlin-Schmargendorf.

Es wurde in einer Phase veröffentlicht, in der Rilke die existenzielle Bedeutung von Dunkelheit und Unbekanntem erforschte.

Das Gedicht thematisiert die Dunkelheit als kraftvolles Symbol für das Verborgene, das der Mensch nur durch tiefes Vertrauen und Hingabe wirklich erfahren kann.

Interpretation der Seite mein-lernen.at:

Rilke betrachtet die Dunkelheit als Ursprung allen Lebens und erkennt in ihr eine Quelle der Kraft und Erkenntnis. Sie steht für die Möglichkeit, verborgene Aspekte des Lebens zu entdecken. Das Licht tritt dabei zurück, während die Dunkelheit zu einer Quelle von Trost und Inspiration wird.

Rainer Maria Rilke, *04.12.1875 in Prag, +29.12.1926 in Glion, Kanton Waadt,
Schweiz, seit 1953 Glion sur Montreux.