Von Andreas Steinhardt 02.07.2025 um 16:56 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein kleines Sommergedicht von Joseph von Eichendorff.
Das Wetter ist sehr unruhig und wechselhaft
in diesem Juli, als ob es sich nicht recht entscheiden mag...kurze Hitzewellen, Temperatursturz, Gewitter und Starkregen - welcher auch eben die große Hitze von 38° C,
die wir bis vorhin erlebten, erst einmal beendete...
...die Ernte fällt voraussichtlich in diesem Jahr nicht sehr üppig aus.
Franz hatte seine ganz eigenen Methoden, seine Gartenernte zu verbessern oder gar zu retten, sollte es auch ein noch so durchwachsener Sommer gewesen sein.
Mein Vater hatte ein Händchen dafür, Erdbeer- pflänzen und Himbeer-, Brombeer- oder Johan- nisbeersträucher zu schützen, sei es durch Pla-
nen in "1-Form", die auf Holzbalken getackert
vor starkem Regen schützten oder selbst gebastelte Windschutzwände.
An Ernteausfälle im hiesigen Garten kann ich mich jedenfalls nicht erinnern...
Für Franz. Für Axel.
Wechsel
von Joseph von Eichendorff
Es fällt nichts vor, mir fällt nichts ein,
Ich glaub’ die Welt steht still,
Die Zeit tritt auf so leis und fein,
Man weiß nicht, was sie will.
Auf einmal rührt sich’s dort und hier –
Was das bedeuten mag?
Es ist, als hört’st du über dir
Einen frischen Flügelschlag.
Rasch steigen dunkle Wetter auf,
Schon blitzt ’s und rauscht die Rund’
Der lust’ge Sturmwind fliegt vorauf –
Da atm’ ich aus Herzensgrund.
Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff,
*10. 03.1788 auf Schloss Lubowitz bei Ratibor, Oberschlesien, heutiges Racibórz, poln. Woiwodschaft Schlesien (Śląskie), +26.11.1857
in Neisse, Oberschlesien, heutiges Nysa, poln. Woiwodschaft Oppeln (Opole).
Von Eichendorff war ein bedeutender Lyriker und Schriftsteller der deutschen Romantik. Er zählt zu den meistvertonten deutschsprachigen Lyrikern.





