Franz Steinhardt

Franz
Steinhardt

26.03.1926
Gladbeck
-
15.03.1986
Gladbeck

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ZurückEine brennende Kerze: Kerze rot lang
Sommergedicht von Wilhelm Jensen

Von Andreas Steinhardt 17.08.2025 um 15:00 Uhr | melden

Zur heutigen Gedenkkerze ein Sommergedicht
von Wilhelm Jensen.

Nun ist der August schon weit fortgeschritten - nach ein paar sehr heißen Tagen mit großer Schwüle und schlechter Luftqualität mit zu
hohen Ozonwerten haben wir nun eine Atempause - leicht bewölkt bei 19° C.

Franz wäre froh und dankbar gewesen über
diese Abkühlung, wie auch ich. Vor Wärme kaum schlafen zu können, ist nicht schön. Aber den meisten die ich sprach, erging es ebenfalls so in den vergangenen Tagen...

Ähnlich wie in den folgenden Versen erlebten wir die Mittagsstunde noch vor kurzem:


Und wieder ist’s des Sommers Geisterstunde...

von Wilhelm Jensen


Und wieder ist’s des Sommers Geisterstunde,
Da stumm das Haus im heißen Mittag schweigt, Geschloss’ne Läden füll’n die Saalesrunde
Mit goldnem Dämmern; nur, von Laub umzweigt,
Trägt fernher durch des Nebenraumes Dunkel
Ein Fenster blitzend sonnengrünes Licht: Kein Schall, kein Regen in dem Glanzgefunkel,
Das wie von ausgestorbnem Leben spricht.

Und schön und schaurig fühlt mein eignes Leben
Sich angerührt von leisem Geisterstab:
Ein Kommen ist’s, ein Schwinden und ein Schweben
In jenen stillen Strahlen auf und ab.
Ein Nichts, und alles, was ich je besessen,
In mir, und doch zugleich unendlich fern,
Ein Allgedenken und ein Allvergessen
Ein Lebenstraum auf einem andern Stern.


Wilhelm Jensen, *15. Februar 1837 in Heiligenhafen, heute Kreis Ostholstein, +24. November 1911 in München.

Sein Grab befindet sich auf der Fraueninsel, Chiemsee, BY.

Jensen war ein deutscher Lyriker und Schriftsteller.