Von Andreas Steinhardt 09.11.2025 um 12:25 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein bekanntes Herbstgedicht von Friedrich Hebbel.
Im Gegensatz zum Oktober, welcher einer der nassesten seit vielen Jahren war, verwöhnt uns dieser November nun mit traumhaftem Herbstwetter - die vergangene Woche war in unseren Breitengraden sonnendurchflutet mit strahlend blauem Himmel, bei Tagestemperaturen teilweise bis 18° C.
Franz hätte bei solch einem Wetter sicherlich ausgedehnte Spaziergänge durch Feld und Wald unternommen -vielleicht aber
auch in seinem Garten Strauch- und Hecken-Rückschnitte gemacht und das (letzte) Laub der Obstbäume zusammengefegt, welches ja in diesem Herbst besonders früh begann zu fallen...
Dies ist ein Herbsttag ...
von Friedrich Hebbel
Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.
Christian Friedrich Hebbel, früheres Pseudonym Dr. J. F. Franz,
*18. März 1813 in Wesselburen/Dithmarschen, heutiges Schleswig-Holstein, +13. Dezember 1863 in Wien.
Hebbel war deutscher Dramatiker, Lyriker und Erzähler "Maria Magdalena", sehenswert das Hebbel-Museum in Wesselburen
mit 550 Exponaten.





