Von Andreas Steinhardt 08.03.2026 um 16:16 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht von Gustav Falke.
"Holder Frühling hauch mich an" - so beginnt der erste Vers - hat er Sie heute in Ihrer Region auch angehaucht? An diesem sehr milden und sonnigen Märztag bei Temperaturen nahe 20° C schienen mir alle Menschen, welche mir bisher an diesem Sonntag begegneten, ziemlich fröhlich und gelassen...
Franz wäre in meiner Kindheit an solch einem Tag mit mir sicherlich zum Abenteuerspielplatz gefahren oder wie hätten im heimischen Garten zusammen Fußball gespielt - davon konnte ich nie genug bekommen. Mein Vater zimmerte mir einst ein großes Fußballtor -
was den Neid meiner Spielkameraden schon hervorrief - diese aber auch vermehrt anlockte...war mir ganz lieb!
Bitte
von Gustav Falke
Holder Frühling hauch mich an,
Dass ich neu erstehe,
Was ein Herz ertragen kann,
Ich ertrugs an Wehe.
Einst so blühend, diese Brust,
Soll sie ganz erkalten?
Ach, ich bin mir kaum bewusst,
Lass den Tag so walten.
Wem ein schönes Glück verging,
Drauf er treulich baute,
Wer sich an ein Hoffen hing,
Das wie Märzschnee taute,
Lieblos scheint ihm wohl die Welt
Und so kalt zum Sterben;
All was er in Händen hält,
Sind nur tote Scherben.
Holder Frühling hauch mich an
In den neuen Tagen;
Was ein Herz ertragen kann,
Ach, ich habs ertragen.
Tausend Knospen schwellen dir,
Duft weht auf und Lieder.
Eine Blüte schenk auch mir,
Eine einzige wieder!
Gustav Falke, * 11. Januar 1853 in Lübeck,
+8. Februar 1916 in Hamburg-Groß Borstel
(seit 1913 zu HH)
Falke war seinerzeit ein bekannter deutscher Schriftsteller.





