Von Andreas Steinhardt 19.04.2026 um 17:33 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein Gedicht von Fred Endrikat über den Humor.
Ich erinnere mich gerne an die heitere Seite meines Vaters - er konnte sich köstlich über Heinz Erhardt amüsieren, Sketche mit Dieter Hallervorden oder Harald Juhnke brachten ihn ebenfalls zum lachen - oder auch die Filme mit Louis des Funės. Gerne trug mein Vater kleine Reime von Heinz Erhardt vor, welche er perfekt auswendig konnte...
Passend dazu folgende Verse:
Der Humor
von Fred Endrikat
Humor ist sozusagen unser Senf des Lebens.
Er macht ein Stücklein trocken Brot zum Leibgericht.
Wer ihn nicht selbst besitzt, der hamstert ihn vergebens,
so hat man ihn entweder - oder hat ihn nicht.
Humor ist schwierig oder gar nicht zu ergründen.
Er ist stets taktvoll, niemals vorlaut und nicht spitz.
Humor ist zu erleben und nicht zu erfinden,
im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder Witz.
Humor ist unser Freund in allen Lebenslagen,
weil er dem Herz entspringt und nicht dem Intellekt.
Man kann zum Beispiel mit Humor die Wahrheit sagen,
so dass sie uns bekommt und halb so bitter schmeckt.
Humor blüht auch an kühlen Dauerregentagen
und stimmt uns fröhlich, wenn es noch so schaurig ist.
Ja, mit Humor lässt sich sogar ein Humorist ertragen,
und wenn er wirklich noch so traurig ist.
Fred Endrikat, dt. Schriftsteller, *07. Juni 1890
in Nakel an der Netze, Pommern (heute Nakło
nad Notecią , poln. Woiwodschaft Kujawien-Pommern),
+12. August 1942 in München.
Endrikat, welcher im Ruhrgebiet aufwuchs, war ein seinerzeit
sehr populärer Dichter, Schriftsteller und Kabarettist.




