Von Andreas Steinhardt 01.05.2026 um 21:31 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze am Abend des Maifeiertags ein schönes, kleines Gedicht von Clara Müller-Jahnke.
Ein warmer 1. Mai geht zuneige - mit Temperaturen hierzulande bis zu 24° C bei strahlend blauem Himmel. Ähnlich wie im letzten Jahr - da war es sogar in hiesigen Breitengraden rekordmäßige 27° C warm.
Öfter fuhren wir früher - an ähnlich schönen Maifeiertagen - zum Rhein bei Bonn - auch zum Drachenfels - durchaus spannend für ein Kind - selbstredend inklusive eines Spielplatzbesuchs.
Aber auch an diesen Tag, welchen wir "nur" im heimischen Garten verbrachten - die Großeltern kamen zu Besuch wie der bereits erwachsene Bruder, es gab leckere Buttercreme- oder Mokkatorte...
Für Franz. Für Axel.
Maien-Fest
von Clara Müller-Jahnke
Wieder taucht ein Maientag
aus des Winters Tiefen,
lockt ein heller Amselschlag
alle, die noch schliefen.
Wieder steht das goldene Licht
hoch im Heiligtume –
aus der Dornenhecke bricht
eine Rosenblume.
Maientag und Maienfest!
Unsre Klagen schweigen.
Unsre stolze Sehnsucht lässt
ihre Banner steigen;
ihre Tauben fliegen aus,
ihre Knospen springen –
Kirschen blühn um jedes Haus,
und die Glocken klingen.
Clara Müller-Jahnke, *05. Feb. 1860 in Lenzen, damaliges Hinterpommern, heute zur poln. Woiwodschaft Westpommern gehörend, +04. November 1905 in Wilhelmshagen, heute zu
Berlin gehörend.
Clara Müller-Jahnke, geb. Müller, war eine deutsche Dichterin, Journalistin und Frauenrechtlerin.





