Von Andreas Steinhardt 08.05.2026 um 10:48 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein Maigedicht von Ludwig Uhland.
Die Regentage sind vorbei, die Natur konnte sich etwas erholen von den viel zu trockenen Wochen.
Franz hätte bei dem heutigen Sonne-Wolken-Mix und erwarteten Temperaturen bis 16° C sicherlich einen ausgedehnten Spaziergang gemacht - war mein Vater doch nicht wirklich ein Freund von hochsommerlichem Wetter...wie auch ich...
Maientau
von Ludwig Uhland
Auf den Wald und auf die Wiese,
mit dem ersten Morgengrau,
träuft ein Quell vom Paradiese,
leiser, frischer Maientau.
Was den Mai zum Heiligtume
jeder süßen Wonne schafft,
Schmelz der Blätter, Glanz der Blume,
Würz und Duft, ist seine Kraft.
Sink denn auch auf mich hernieder,
Balsam du für jeden Schmerz,
netz auch mir die Augenlider,
tränke mir mein dürstend Herz!
Gib mir Jugend, Sangeswonne,
himmlischer Gebilde Schau,
stärke mir den Blick zur Sonne,
leiser, frischer Maientau!
Johann Ludwig „Louis“ Uhland, * 26. April 1787 in Tübingen, damaliges Königreich Württemberg, +13. November 1862 ebenda. Uhland war ein deutscher Dichter, Literaturwissenschaftler, Jurist und Politiker.





