Von Andreas Steinhardt 14.05.2026 um 00:13 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze an Christi Himmelfahrt einige Bauernregeln, passend zu den "Eisheiligen", sowie ein Gedicht von Carl Zuckmayer.
In Norddeutschland gelten traditionell nur die ersten drei Heiligen (Mamertus, Pankratius, Servatius) als Eisheilige, während etwa ab der Südhälfte Deutschlands auch Bonifatius und Sophia, auch genannt "die kalte Sophie" mitgezählt werden.
Im letzten Jahr waren "die Eisheiligen“ sehr gnädig, es herrschte sommerliches Wetter bei Temperaturen bis zu 24° C in unserer Region.
Ausgerechnet zu Mamertus schlug das milde und trockene Wetter um - es regnete stark, vorgestern, an Pankratius, war es durchwachsen bei Höchsttemperaturen um 11° C. Gestern zu Servatius zogen Gewitter mit Starkregen durch. Auch die nächsten Tage soll es auch ähnlich kühl und durchwachsen weitergehen.
Franz wäre es ganz genehm gewesen, machte der "Maisommer" doch eine Pause. Empfinde ich auch so. Und die Natur kann nach anhaltend trockenem Wetter durchatmen....
Hier ein paar ausgewählte Bauernregeln zu den Eisheiligen von einer Vielzahl derer:
Zu Mamertus:
"Der heilige Mamerz hat von Eis ein Herz."
Heute zu Pankratius:
"Wenn’s an Pankratius friert, so wird im Garten viel ruiniert."
13. Mai - Servatius:
"Servaz muss vorüber sein, willst vor Nachtfrost sicher sein."
14. Mai - Bonifatius:
"Vor Servaz kein Sommer, nach Servaz kein Frost."
15. Mai - Sophia:
"Kalte Sophie wird sie genannt, denn oft kommt sie mit Kälte daher gerannt."
"Pflanze nie vor der Kalten Sophie."
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Die Drei Eisheiligen
von Carl Zuckmayer
"Die drei Eisheiligen sind übers Land gezogen
Und haben ihre Winterzähne ausgespuckt,
Die sind als Hagel auf die Saat geflogen,
Jetzt schwimmt der Acker voll mit Frost gesogen,
Mit grauem Schnee die Furchen voll geschluckt.
Es prasseln schlimme Wetter
Aus ihren Augenbraun,
Der Wein hat gelbe Blätter,
Der Weizen liegt zerhaun.
Der Erste, voll Gewittern, sägt
Der jungen Bäume Wuchs zuschand.
Des Zweiten harte Frostnacht schlägt
Die junge Frucht mit Eisesbrand.
Der Dritte kriecht im Nebelschleim
Dicht übern Boden durch den Gau,
Zernagt der Halme Wurzelkeim
Und beißt der Spargeln Köpfe blau.
Viel Mäuse, Raupen, Käfer sind
In ihrer Füße Spur verreckt,
Und liegen kalt im Totenwind,
Die Beine steif empor gestreckt.
Die drei Eisheiligen sind übers Land gezogen,
Und haben Schwindsucht in der Felder Brust gespuckt.
Jetzt hat sie Gott in seine Riesenwogen
Voll Frost und Wärme gurgelnd eingesogen,
Und tief in seine Gräber heimgeschluckt."
Carl Zuckmayer, *27. Dezember 1896 in Nackenheim, heute Landkreis Mainz-Bingen, Rheinhessen, + 18. Januar 1977 in Visp, Kanton Wallis, CH.
Zuckmayer war ein deutscher Schriftsteller, der wegen rassistischer Verfolgung als Jude emigrierte und die US-amerikanische und die Schweizer Staatsbürgerschaft erwarb. 1925 begann seine Karriere
mit der Aufführung der von ihm stammenden Komödie "Der fröhliche Weinberg" welche sich 1931 sein größter Erfolg, das Drama "Der Hauptmann von Köpenick", anschloss.





