Von Andreas Steinhardt 24.05.2026 um 11:48 Uhr | melden
"Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf Euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein"
Apostelgeschichte, 1.8
Zur heutigen Gedenkkerze am hochsommerlichen Pfingstsonntag ein Gedicht von Eduard Baltzer.
Ich erinnere mich an viele Pfingstfeste meiner Kindheit und frühen Jugend - zunächst ging es morgens zum Festgottesdienst in die hiesige Elisabethkirche, unweit von meinem Elternhaus entfernt - auch musste ich schon mal an einem Pfingstsonntag Messe dienen, was mir immer sehr viel Freude bereitete. Franz war ja kirchlicher Rendant, und es konnte ihn nur erfreuen, dass der jüngste Sprössling so gerne zur Kirche ging und äusserte, dass er später doch am liebsten Pfarrer werden möchte...
Einen Feiertagsausflug gab es meiner Erinnerung nach nicht, Mittags kamen allermeist meine Großeltern mütterlicherseits, Wilhelm und Theresia, wie Franz Mutter Anna zum Festessen und zum Kaffeetrinken zu Besuch. Spielte das Pfingstwetter mit, verbrachten
wir noch schöne Stunden im Garten, bis zum Abendessen.
Pfingsten
von Eduard Baltzer
Komm’, Geist der Pfingsten! Mit Maieswonnen
Erquick’ unser dürstendes Menschenherz!
Vollende, vollende, wie Du es begonnen,
Das Heil der Seele, besiege den Schmerz!
O mache uns edel und froh und frei,
Und schaff’ uns wieder des Herzens Mai.
Komm’, Geist der Pfingsten! Mit Feuerzungen
Verkünde die Wahrheit, behaupte das Feld!
Mit einem Munde wird doch noch gesungen
Halleluja Dir einst von aller Welt:
So zücket im Mai wohl der Wetterstrahl,
Doch dann wird es Frühling all überall.
Eduard Wilhelm Baltzer, * 24. Oktober 1814 in Hohenlein (heute zum Landkreis Nordsachsen), + 24.Juni 1887 in Durlach (seit 1938 zu Karlsruhe)
Baltzer war ev. Theologe, und nebenbei verfasste er auch Gedichte.
Er vertrat einen "ethischen Vegetarismus", gründete den ersten Vegetarier-Verein in Deutschland (!), war Pionier der Lebensreform-Bewegung und der erste Präsident des Bundes Freireligiöser Gemeinden Deutschlands. 1852 prägte er den Begriff der „Jugendweihe“.




