Von Andreas Steinhardt 22.06.2026 um 17:29 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein schönes, kleines Sommergedicht von Theodor Fontane.
Vielleicht kannte Franz auch diese folgenden Verse, ich erinnere mich an einige Werke von Fontane, unter anderem auch ein Gedichtband
im heimischen Bücherschrank, es ist leider nicht in meinem Besitz.
Mein Vater versuchte auch selbst zu dichten - meist waren diese Verse heiteren Ursprungs...
...da er ein großer Heinz-Erhardt Fan war glichen sie häufig einfachen "Schüttelreimen", manchmal schrieb Franz aber auch Limericks nieder - mit passendem Reimschema AABBA. Dies erklärte er mir einst. Leider existieren diese Handschriften nicht mehr.
Ich selbst wage mich nicht an eigene Verse ran - mein Anspruch an mich selbst ist zu hoch. Ich lese auch private Gedichte in vielen Foren - und, mit Verlaub: Sehr viele finde ich leider Gottes unterirdisch. Kein erkennbares Reimschema, Banalitäten, sinnfrei, kein Raum für (eigene) Interpretationen. Vielleicht sehe ich es zu "Reich-Ranicki-mäßig", dass man heute der ganzen Welt seinen infantilen Reim anbieten kann...
...wenn es den AutorInnen und LeserInnen so gefällt...
...ich veröffentliche daher lieber auf den Gedenkseiten Werke von alten MeisterInnen - Ansichtssache...
Mittag
von Theodor Fontane
Für Franz. Für Axel.
Am Waldessaume träumt die Föhre,
Am Himmel weiße Wölkchen nur,
Es ist so still, dass ich sie höre,
Die tiefe Stille der Natur.
Rings Sonnenschein auf Wies und Wegen,
Die Wipfel stumm, kein Lüftchen wach,
Und doch, es klingt, als ström’ ein Regen
Leis tönend auf das Blätterdach.
Heinrich Theodor Fontane, *30.12. 1819 in Neuruppin, heute Kreisstadt im Lk Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg, +20.09.1898 in Berlin.
Fontane war ein dt. Schriftsteller, Journalist und Kritiker, er gilt als bedeutender Vertreter
des Realismus.





