Von Andreas Steinhardt 05.07.2026 um 17:03 Uhr | melden
Zur heutigen Gedenkkerze ein kleines Sommergedicht von Joseph von Eichendorff.
Das Wetter ist etwas unruhig und wechselhaft in diesen Tagen, es droht eine neue, große Hitzewelle - die letzte vor kurzem war sicherlich für die meisten nahezu unerträglich, bis für sehr wenige Menschen, die ich kenne. Jetzt kämpft das Islandtief (was uns immerhin auch Temperaturen bis zu 30° bescheren würde, aber das unterschreibe ich sofort nach der letzten Bruthitze) mit dem erneuten, extremen Hoch - Länder versuchen sich jetzt besser darauf vorzubereiten...auch Sie?
Ich kenne Menschen, die vor etwa einer Woche in ihrem Kellerraum geschlafen haben...
...die Ernte fällt voraussichtlich in diesem Jahr nicht sehr üppig aus, hierzulande sind die Wiesen gelb und Bäume werfen relativ viele ihrer grünen Blätter ab.
Franz hatte seine ganz eigenen Methoden, seine Gartenernte zu verbessern oder gar zu retten, sollte es auch ein noch so durchwachsener Sommer gewesen sein.
Mein Vater hatte ein Händchen dafür, Erdbeer- pflanzen und Himbeer-, Brombeer- oder Johan- nisbeersträucher zu schützen, sei es durch
Planen in "1-Form", die auf Holzbalken getackert vor starkem Regen schützten, oder selbst gebastelte Windschutzwände.
An Ernteausfälle im hiesigen Garten kann ich mich jedenfalls nicht erinnern...
Für Franz. Für Axel.
Wechsel
von Joseph von Eichendorff
Es fällt nichts vor, mir fällt nichts ein,
Ich glaub’ die Welt steht still,
Die Zeit tritt auf so leis und fein,
Man weiß nicht, was sie will.
Auf einmal rührt sich’s dort und hier –
Was das bedeuten mag?
Es ist, als hört’st du über dir
Einen frischen Flügelschlag.
Rasch steigen dunkle Wetter auf,
Schon blitzt ’s und rauscht die Rund’
Der lust’ge Sturmwind fliegt vorauf –
Da atm’ ich aus Herzensgrund.
Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff, *10. 03.1788 auf Schloss Lubowitz bei Ratibor, Oberschlesien, heutiges Racibórz, poln. Woiwodschaft Schlesien (Śląskie), +26.11.1857





