Franz Steinhardt

Franz
Steinhardt

26.03.1926
Gladbeck
-
15.03.1986
Gladbeck

stimmungsbild
ZurückEine brennende Kerze: Kerze gelb klein
Sommergedicht von Morgenstern

Von Andreas Steinhardt 22.07.2026 um 18:40 Uhr | melden

Zur heutigen Gedenkkerze ein Sommergedicht von Christian Morgenstern.

So hätte Franz der Sommer gefallen - nicht zu warm, keine stickige Schwüle und keine tropischen Nächte. So wie heute...ich bin auch kein Sommerkind und Sonnenanbeter - aber ich akzeptiere momentan alles, sofern es nicht noch einmal zu so einer extremen Hitzewelle wie im Juni kommt.

Ein Wettermodell sieht für die erste Augustwoche wieder extreme Temperaturen voraus, die aus Andalusien zu uns kommen könnten (was sie eben erst - vorübergehend? revidierten) - ein anderes Modell des Deutschen Wetterdienstes sagt, dass wir recht moderat davon kommen...


Friede (Juli)

von Christian Morgenstern

Wie weich sich Form und Farbe binden
In Sommermittags glühem Hauch: –
Das Dorf im Schatten alter Linden,
Ein rötlich Dach, ein Wölkchen Rauch;

Der Bergbach, dessen heitre Eile
Sich glitzernd durch die Wiese webt;
Der Straße laubverhüllte Zeile,
Die ahndevoll zur Ferne strebt;

Und all dies gütig eingeschlossen
Von hoher Felder Gold und Duft;
Und alles flimmernd überflossen
Von lerchenlauter Juliluft ...

Ich schau des Herdrauchs fromme Kreise
Zum hohen Blau erblassend ziehn –
Und meine Seele füllen leise
Des Friedens süße Harmonien.

Christian Otto Josef Wolfgang Morgenstern,
*06. Mai 1871 in München, +31. März 1914 in Untermais, Tirol, damaliges Königreich Österreich-Ungarn.

Morgenstern war ein deutscher Dichter, Schriftsteller und Übersetzer. Besondere Bekanntheit erreichte Morgenstern durch
seine "komische Lyrik", die jedoch nur ein
Teil seines Werkes ist.