Von Andreas Steinhardt 21.12.2018 um 18:37 Uhr | melden
Noch einmal die schöne Geschichte, die sich am 24.12.1976 zutrug - dazu eine Fortsetzung, die ich bsiher nicht schrieb - hierzu finden Sie unter der Rubrik Bilder ein Foto von Mieze sowie das damals festlich geschmückte Wohnzimmer an Heiligabend 1976....
24.12.1976: Ich war 6 Jahre alt, ich erinnere mich an einen kalten Tag, aber schneefrei. Unsere Mutter, Gerda Spohia, hatte bei Einbruch der Dämmerung leckere Speisen für den Abend zubereitet - das ganze Haus war schnell erfüllt von dem schönen Duft.
Kurz vor der Bescherung maunzte ein kleines, schwarzes Etwas vom Fenstersims, schaute mit ihren schönen, großen grünen Augen in das Küchenfenster herein als ob sie sagen würde:
"Es riecht sooo lecker! Gebt mir doch auch ein Stück ab von
diesen köstlichen Speisen" -
"EINE KATZE! EINE KATZE!" Wir Kinder waren außer uns vor Freude. "Da sitzt eine kleine Katze an unserem Fenster! Ach, lasst sie uns doch hinein holen!" - Unsere Eltern waren zunächst dagegen, was man als 6-jähriger Junge natürlich nicht nachvollziehen kann.
"Wer weiß, wo sie herkommt! Wem sie gehört!" -
Nichts desto trotz liefen wir Kinder rasch nach draußen, nahmen die kleine schwarze Katze auf den Arm und streichelten sie. Heimlich trugen wir sie in den Hausflur, gaben ihr etwas Milch. Sofort taufte ich sie auf den Namen Mieze. Vom älteren Bruder kam keinerlei Einspruch...also ab sofort: Mieze!
In den kommenden Weihnachtstagen kam Mieze immer wieder zu uns, maunzte schon morgens früh auf dem Fenstersims und schaute in die Küche.
Oft ließen wir Kinder Mieze heimlich in die Wohnung und fütterten sie.
....von diesem Tag an, dem 24.12.1976, blieb Mieze für immer bei uns. Warum sie uns an Heiligabend zulief, ob sie jemand ausgesetzt hatte - wir haben es nie erfahren.
Nach ein paar Wochen stimmten unsere Eltern zu, das Mieze bei uns bleiben durfte. Was für eine Freude für mich, für uns. Mieze blieb viele Jahre bei uns, sie war eine Draußen & Drinnen-Katze. Sie war meine beste Freundin, die gesamte Kindheit über. Was hat sie mir Freude gemacht, uns allen! Natürlich hatte auch unsere Mutter sehr viel Spaß mit unserer Mieze. So ein liebes Wesen und von so hoher Intelligenz.
Mieze gebar einige Junge, wir gaben sie an andere Familien ab, einmal durften wir 2 Kater behalten - einer blieb bei uns, das andere Tier wurde zum Wohnungskater meines großen Bruders.
Manchmal begleitete Mieze mich zur nahen Grundschule - manchmal wartete sie schon auf mich an unserer Haustür nach dem Schulunterricht.
Wie schon oben erwähnt: Unter der Rubrik Bilder findet ihr, finden Sie ein Bild von unserer Mieze...und das damals festlich geschmückte Wohnzimmer an Heilgabend 1976.
Am Heilgen Abend 2006 hatte ich noch einmal die Gelegenheit, in unseren Garten zu gehen, in den schönen Garten des Hauses, welches wir schon lange nach dem Tod unserer Eltern verlassen hatten. Das Haus war vorübergehend unbewohnt und wurde verkauft. Bevor wir zur Christmette gingen, hatte ich noch eine halbe Stunde Zeit, mir die Beine zu vertreten. I
Ich überlegte kurz - und entschied mich, in unseren alten Garten zu gehen. Es wohnte ja niemand mehr dort. Ich ging hinein, unter die großen Tannen, die zur meiner Erstkommunion 1979 gepflanzt wurden. Der Mond lukte zwieschen den Tannenwipfeln hervor. Auf einmal kam etwas kleines, schwarzes, maunzendes auf mich zu, scharwenzelte um meine Beine, ganz vertraut. Sie hatte auch den kleinen weißen Fellflecken am Hals - wie einst Mieze. Was ein wundervolles Erlebnis! 30 Jahre später - genau auf den Tag, die Stunde, begegnete mir an jenem Ort eine Katze, die kaum von der damaligen Mieze zu unterscheiden war. Jeder möge jetzt denken was er möchte - auf jeden Fall war es ein Ereignis, das mich zu Tränen rührte. Da ist sie wieder - unsere Mieze war zurück...denen ich das Erlebnis, auch Jahre später schilderte sagten einfach nur WOW! Unglaublich! Was ein Erlebnis!
Selbst wenn es nur eine gewöhnliche Katze aus der Umgebung war - durch sie kam Mieze wieder - für ein paar Minuten. Eine Botschaft von ihr. Was für ein Glück! Sie zu streicheln, mit ihr zu sprechen! Dann ging sie, verschwand im Mondlicht des Heiligen Abends, unten den Tannen...........ich war nie wieder seit dem in unserem alten Garten - das Haus ist bewohnt, ich kenne die Besitzter nicht. Aber schön wäre es noch einmal...an Heiligabend...
Die Katze die an Weihnachten kam - hat meine große Liebe besonders zu Katzen, aber auch zu allen Tieren sicherlich geprägt.
Ich hoffe, wir sehen auch alle unsere lieben Haustiere eines Tages für immer wieder - ich freue mich auf Mieze!





