Von Andreas Steinhardt 13.11.2019 um 14:26 Uhr | melden
Meine Mutter, wie schon gestern erwähnt, liebte, wie die meisten,
nur die schönen Tage des herbstes. Viel zu wehmütig schaute sie
als Sonnenkind auf Vergangenes, die verlorenen Sommertage.
Mein Vater Franz (siehe auch seine Seite Franz Steinhardt) liebte
(wie ich) den Herbst, zelebrierte förmlich Spaziergänge bei Wind und wilden Wolken. Ich erinner mich als Kind, als wir uns zusammen den Weg durch das dichte Laub in unserem kleinen Wald gegenüber unserem Wohnhaus bahnten und ich mich weich in die Blätterhügel fallen lies.
Ich kann nur sagen: Ja, schöner Herbst, Du meine Liebe, Du widerspiegelst meine Stimmung, den mein Wesen ist die (positive) Melancholie. Ich bin ein Gedanke des Herbstes, ein Kind des Winters.
Dies Gedicht passt vielelicht ganz gut zu Gerda Sophia:
Parkbank im Spätherbst
von Wilfried Chapligin
Inmitten unter hohen Bäumen
versunken ruht die kleine Bank.
sie fängt im Herbstwind an zu träumen,
wie er ihr in die Arme sank
Im milden Mai, an fernen Tagen,
als Frühling rauscht durch hohe Krone
und er es wagte sie zu fragen,
ob sie ihm schenk ihr Herz. Und ohne
zu großes Zögern kam ihr "Ja"!
doch jetzt umringt ein goldner Kranz
von Blättern Park und Bank von nah.
frühlings Versprechen welken ganz
hoch in den Spitzen. Und wer will
schon lang im Schatten alter Fragen
versonnen sitzen? Kühl und still
wehts im Geäst, und noch entsagen
der nächsten großen Liebe scheu
die Menschen blind in ihren Klagen,
bis einst der Mai lässt wieder neu
die Bäume Liebesträume tragen.





