Gerda Sophia Steinhardt

Gerda Sophia
Steinhardt

03.07.1930
Gladbeck
-
11.01.1994
Gladbeck

stimmungsbild
ZurückEine brennende Kerze: Kerze hellgrün geschwungen
Silvesterfeier in den Siebzigern mit der Mutter

Von Andreas Steinhardt 31.12.2019 um 12:47 Uhr | melden

Als Kind war für mich Silvester fast genauso wichtig wie der Heilige Abend. Gerda feierte diesen Tag auch gerne. Bei uns gab es - im jährlichen Wechsel - Kartoffelsalat mit Wienerle - oder Eiersalat mit Wienerle. Gerda und auch ihre Mutter konnten einen hervorragenden Kartoffelsalat zaubern - ich habe nie wieder so einen lecker zubereiteten Salat gegessen wie einst daheim. Anfangs, in meiner Kindheit kam auch mein ältester Bruder samt Frau zum Silvesterabend - erschienen sie, gab es auch noch Lachs und Aal serviert. Es wurde immer sehr heiter, und ich konnte das Feuerwerk um Mitternacht kaum erwarten. Besonders erinnere mich an den Jahreswechsel 1978/79, als ganz Deutschland im hohen Schnee lag und Temperaturen selbst am Silvestertage von unter -10 grad herrschten, in Norddeutschland noch viel tiefer. Dort war aufgrund der Schneemassen Katastrophenalarm ausgelöst, viele Orte und Höfe waren Tage von der Außenwelt abgeschnitten und konnten nur mit Hilfe der Bundeswehr befreit werden. In der Nacht zu Silvester hatte es irrsinnig geschneit - und eine weiße Winterlandschaft empfing uns dann am strahlend sonnigen Silvestertage. Ich erinnere mich, das ich mit Mutter, Brüdern und Schwägerin am späten Nachmittag auf unser Feld in der Nähe des Hauses spazieren gingen - ich als 8-jähriger auf dem Schlitten - und wir sind nahezu eingefroren - Gerda hielt die Temperatur kaum aus, sie sagte Oh mein Gott! Ich glaube mein Blut gerinnt gleich zu Eiskörnchen! Meine Nase! Meine arme Nase friert ab! Als wir in der Dämmerung wieder an unserem Hause ankamen, zeigte das Thermometer -17° - eindeutig das kälteste - und das schönste Silvester meiner Kindheit! Ich bin bis heute kälteresistent und ein großer Winterfan. Um Mitternacht konnten wir die Raketen in die Schneehügel stecken, wir benötigten keine Flaschen dafür. Der hohe Schnee blieb bis zum Februar. Es kamen noch einige schöne Silvesterfeierlichkeiten mit meiner Mutter, mit meiner Familie hinzu. Nun, jetzt haben wir nicht mehr 1979, sondern bald 2020. Ich habe meine neue Familie, mit der ich seit einigen Jahren feier, aber ich werde oft heute an meine Mutter Gerda denken, an die schönen Silvesterfeiern und Wunderkerzen um Mitternacht, und ganz besonders an dieses eine Silvester, 1978/79.
Den Lesern von Gerda Sophias Gedenkseite wünsche ich für das kommende Jahr 2020 alles erdenklich Gute, viel Kraft und Gesundheit an erster Stelle!