Von Andreas Steinhardt 16.01.2021 um 14:58 Uhr | melden
Herzlichen Dank an die beiden Besucherinnen für die beiden Kerzen und schönen Worte!
Am 18. Januar vor 27 Jahren fand die Trauerfeier für unsere Mutter statt, die mit 63 Jahren, nach schwerer Herzkrankheit
viel zu früh von uns ging. Es war ein klarer, kalter Wintermorgen mit Rauhreif, und während der Zeremonie schönstem Sonnenschein. Zunächst fand am noch dunklen Morgen das Requiem im Rahmen einer Eucharistiefeier in der kath. Kirche St. Josef Gladbeck-Rentfort statt. Die Heilige Messe zelebrierte Pastor Norbert Hoffmann, ein Original, ein Priester zum anfassen, ein Menschenfischer.
Nach der Eucharistiefeier, bei der Pastor Hoffmann (auch Buchautor, meine Empfehlung, Wikipedia) wohltuende, tröstende Worte fand, ging die aufgrund Gerdas großen Bekanntheitsgrades immense Anzahl von Trauergästen geschlossen zum direkt neben der Josefskirche gelegenem Friedhof Gladbeck-Rentfort.
Direkt hinter dem Pastor ging ich mit meinem kleinen Neffen ganz voran. Beim Tod seiner Oma Gerda war er gerade 8 Jahre alt. Der jüngste Enkel und ich als jüngster Sohn schritten Hand in Hand voran, die kalte, aber doch tröstende Wintersonne schaute zwischen den hohen Baumwipfeln neugierig heraus. Einige Rabenkrähen begleiteten uns mit ihrem klagenden, fast schluchzenden Lauten.
Während der Zeremonie am Grab schaute ich grundsätzlich nur in die Sonne, stellte mir vor, das unsere Mutter uns jetzt vielleicht von oben zusieht. Auf jeden Fall hatte ich in diesem Moment der Zeremonie jede Menge Fantasien, die mich von den Endzeitstimmungs-Gedanken ferne führten...am späten Nachmittag, die Sonne setzte sich gerade, ging ich noch einmal - alleine - zum Grab meiner Mutter. Zuvor, am fühen Nachmittag ging ich noch mit meinen Verwandten zum Grabum die ersten Kerzen am Ihrem frischen Grab anzuzünden. Ich wollte unbedingt in der beginnenden Dämmerung einmal allein sein am Grab. Die Sonne, die am Morgen zur Trauerzeremonie am Grabe so tröstend zusah, ging langsam unter, müde vom anstrengenden Tage, wie ich auch. Ich schaute mir eine Weile diesen Untergang an, wie ich am Morgen auch aufschaute bei ihrer beginnenden Runde. Es war ein so lichterfüller Januartag - ganz, wie Gerda ihn sich mit Sicherheit für Ihre Trauerfeier gewünscht hätte. Ich dachte mir, nun bist Du dort oben, da irgendwo, wo die Sonne auch ihre Bahnen zieht...





