Von Andreas Steinhardt 11.02.2021 um 22:57 Uhr | melden
Ein Wintergedicht, passend zu dem schon seit Tagen hier hohem Schnee im Ruhrgebiet, worauf (ich) schon 10 Jahre wartete. Gerda hingegen war solch ein Wetter sicherlich ein Greuel...daher ist vielleicht dieses Gedicht eher passend, als ein Lobgesang...
Winterlandschaft
von Friedrich Hebbel *18. März 1813 in Wesselburen (Schleswig-Holstein) + 13. Dezember 1863 in Wien
Unendlich dehnt sie sich, die weiße Fläche,
bis auf den letzten Hauch von Leben leer;
die muntern Pulse stocken längst, die Bäche,
es regt sich selbst der kalte Wind nicht mehr.
Der Rabe dort, im Berg von Schnee und Eise,
erstarrt und hungrig, gräbt sich tief hinab,
und gräbt er nicht heraus den Bissen Speise,
so gräbt er, glaub ich, sich hinein ins Grab.
Die Sonne, einmal noch durch Wolken blitzend,
wirft einen letzten Blick aufs öde Land,
doch, gähnend auf dem Thron des Lebens sitzend,
trotzt ihr der Tod im weißen Festgewand.





