Von Andreas Steinhardt 27.02.2021 um 22:13 Uhr | melden
So allmählich, ab dem Beginn des Märzen, blühte Gerda langsam auf. Gott sei Dank! sagte sie immer, der Winter ist fast vorbei! Ich freue mich so auf den Frühling! Sie war ja ein absolutes Sommerkind, der Frühling weckte Ihre Lebensgeister. Obwohl ich soviel mit meiner Mutter gemeinsam hatte, liebe ich den Herbst und den Winter mehr. Aber ich vestehe durchaus die Freude der meisten Menschen über das beginnende Frühjahr.
Dazu ein Gedicht, welches Gerda bestimmt gefallen hätte:
Frühling
von Theodor Fontane
Nun ist er endlich kommen doch
In grünem Knospenschuh;
„Er kam, er kam ja immer noch“,
Die Bäume nicken sich’s zu.
Sie konnten ihn all erwarten kaum,
Nun treiben sie Schuss auf Schuss;
Im Garten der alte Apfelbaum,
Er sträubt sich, aber er muss.
Wohl zögert auch das alte Herz
Und atmet noch nicht frei,
Es bangt und sorgt: „Es ist erst März,
Und März ist noch nicht Mai.“
O schüttle ab den schweren Traum
Und die lange Winterruh:
Es wagt es der alte Apfelbaum,
Herze, wag’s auch du.





