Von Andreas Steinhardt 24.04.2023 um 13:44 Uhr | melden
Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Johann Georg Jacobi.
Der April ist bald vorüber, die meisten freuen sich schon auf den Mai. Gerda zelebrierte den Maibeginn, er durfte bloß nicht verregnet sein, sonst war die Stimmung dahin. War dieser sonnig und warm, wie das kommende Wochenende zum 1. Mai prognostiziert wird, strahlte meine Mutter mit dem Sonnenschein um die Wette...Gerda trank wirklich sehr wenig Alkohol, wenn dann nur zu bestimmten Anlässen einen Sekt. Am Abend zum 1. Mai kredenzte sie eine herzhafte Maibowle, die unsere Gäste zum Maitanze dankend annahmen...
Aber verweilen wir im Gedicht noch einmal in diesem Monat...
April
Was kümmert’s dich in deinen Wolken droben,
Du launischer April,
Ob wir dich tadeln, oder loben?
Ein großer Herr tut meistens, was er will.
Auch halten wir geduldig still,
Und leiden, was wir leiden müssen.
Gib uns zuweilen nur ein wenig Sonnenschein,
Damit wir dessen uns erfreun:
Dann magst du wiederum mit Schnee und Regengüssen,
Mit Sturm und Blitz und Hagel dir
Bei Tag und Nacht die Zeit vertreiben!
In unsrer kleinen Wirtschaft hier
Soll dennoch gutes Wetter bleiben.
Was kümmert’s dich in deinen Wolken droben,
Du launischer April,
Ob wir dich tadeln, oder loben?
Ein großer Herr tut meistens, was er will.
Auch halten wir geduldig still,
Und leiden, was wir leiden müssen.
Gib uns zuweilen nur ein wenig Sonnenschein,
Damit wir dessen uns erfreun:
Dann magst du wiederum mit Schnee und Regengüssen,
Mit Sturm und Blitz und Hagel dir
Bei Tag und Nacht die Zeit vertreiben!
In unsrer kleinen Wirtschaft hier
Soll dennoch gutes Wetter bleiben.
Johann Georg Jacobi, * 02.09.1740 auf Gut Pempelfort
(P. heute Ortsteil von Düsseldorf), + 04.01.1814 in Freiburg.
Jacobi war Dichter und Publizist.und der ältere Bruder von
Friedrich Heinrich Jacobi.





