Von Andreas Steinhardt 16.06.2023 um 11:51 Uhr | melden
Heute vor 116 Jahren wurde Gerdas Mutter, meine Oma Theresia als 13. (!) und letztes Kind ihrer Eltern im ostpreußischen Wuttrienen (heute Butrynin) geboren, dem letzten Zipfel des Ermlands. Als dreizehntes Kind? Man kann dies eigentlich kaum glauben. Einige ihrer Geschwister, Gerdas Tanten, konnte ich noch kennen lernen, gerne erinnere ich mich zurück an Franziska "Ziska", die später im selben Ortsteil lebte, sie war ähnlich lebhaft wie ihre Schwester Theresia. Auch habe ich Susanne "Susa", welche erst in Berlin, dann bei Frankfurt und zuletzt bei Marburg lebte in liebevoller Erinnerung. Sie war eher die Stille, ein zurückhaltender Mensch.
Was hatte Gerda mit ihrer Mutter gemein? Bei erster Betrachtung sicherlich nicht so viel - beide waren aber sehr herzlich, lebhaft, direkt, Gerda war schillernd, Theresia eher unauffällig. Gerda ging mit der Zeit - ihre Mutter konnte sich im Prinzip nie an eine modernere Zeit gewöhnen. Man musste Oma Theresia tatsächlich eine Waschmaschine, einen Kühlschrank und ein Telefon aufzwingen - sie lehnte dies immer strikt ab, bis in die 80er Jahre. Sie kühlte Lebensmittel im Keller, wusch mit einem Waschbrett im Stall, rief von einer Telefonzelle an. Ein Fernsehgerät hatte Theresia aber
schon in den 70ern - immerhin!
Wie gerne schaue ich zurück auf die Geburtstage meiner Oma Theresia, das Haus und der Garten waren voller Menschen. Theresia buk die besten Kuchen und kreierte die tollsten Torten, ihr schmackhafter Kartoffelsalat mit dicken Knackern waren ebenfalls ein Schmaus. Wir konnten bis zur Wende auch immer sehr lange in den Abend hineinfeiern, da ja zu der Zeit der 17. Juni ein Feiertag war.
Ich werde heute viel an Theresias Geburtstage zurückdenken - und uns heute den Kartoffelsalat nach Theresias Rezept zubereiten, welchen Gerda auch in gleicher Perfektion kreiern konnte...





