Von Andreas Steinhardt 07.08.2023 um 23:38 Uhr | melden
Zur Gedenkkerze ein Gedicht von Rilke, passend zum August mit seinen Meteoritenschauern.
Gerda liebte den Nachthimmel, den Vollmond über alle Maßen. So wie auch ich. Meine Mutter riss alle Gardinen und Vorhänge auf, auch zur Bettruhe, um mit unserem Erdtrabanten und dem Sternenmeer friedlich und träumerisch einzuschlafen. Sie summte und sang dabei leise Lieder, die sich vorallem auf den Mond bezogen, von "Der Mond ist aufgegangen" bis hin zu "Moon River" - ich tue es ihr heute noch gleich.
Ich liebe ihn auch sehr, den schönen Mond - er gibt mir Kraft und schenkt mir zugleich Ruhe - eine "Sternschnuppe" zu sehen war für Gerda ein Highlight, auch für Sie? Wünschen Sie sich etwas dabei? Verraten Sie es niemanden...
Nachthimmel und Sternenfall
Der Himmel, groß, voll herrlicher Verhaltung,
ein Vorrat Raum, ein Übermaß von Welt.
Und wir, zu ferne für die Angestaltung,
zu nahe für die Abkehr hingestellt.
Da fällt ein Stern! Und unser Wunsch an ihn,
bestürzten Aufblicks, dringend angeschlossen:
Was ist begonnen, und was ist verflossen?
Was ist verschuldet? Und was ist verziehen?
Rainer Maria Rilke, eigentlich René Karl Wilhelm Johannes Maria Rilke, *1875 in Prag, +1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux.





