Von Andreas Steinhardt 27.09.2023 um 13:50 Uhr | melden
Zur Gedenkseite ein Gedicht von Karl von Gerok, ein stimmungsvoller Blick auf diese und kommende Herbsttage, mit Tendenz zu etwas Schwermut, ein kleiner Schmerz der Wehmut des hinter uns gelassenen Sommers...
Können Sie diese momentan aber noch warmen und sonnigen ersten Herbsttage in vollen Zügen genießen? Gerda würde mit der Sonne um die Wette strahlen - jetzt vorallem erst recht, mit dem Schwert eines langen, trüben Winters vor Augen, der sich nicht zuletzt durch den ersten kühlen Morgenhauch, dem aufkommenden Windspiel und ersten wilden Wolken immer mehr aus seiner Warteschleife entkommt...
Herbstgefühl
Müder Glanz der Sonne!
Blasses Himmelblau!
Von verklungner Wonne
Träumet still die Au.
An der letzten Rose
Löset lebenssatt
Sich das letzte, lose,
Bleiche Blumenblatt!
Goldenes Entfärben
Schleicht sich durch den Hain;
Auch Vergehn und Sterben
Deucht mir süß zu sein.
Karl von Gerok, dt. Theologe und Lyriker, *30. Januar 1815
in Vaihingen an der Enz, heutiges Baden-Württemberg,
+14. Januar 1890 in Stuttgart.





